Sommertour nach Neuwerk

 

 

Da staunt die Möwe und der Seehund wundert sich: 3 unterschiedliche große Meeresbewohner rauschen Flügel schlagend an ihnen vorbei. Ab und zu halten sie an, schnattern, trinken, packen glitzernde Kästchen aus, richten sie auf ihre Artgenossen und packen sie wieder ein. Wenn alle wieder beisammen sind, geht es weiter.

 

Zunächst aber wunderten sich die Touristen und Einheimischen in Spieka - Neufeld, als wir am frühen Morgen des 27.06. vorfuhren und unsere Boote abluden: Cherbourg? Camargue? „Les bleus“ hatten sich gerade wenig ruhmreich aus dem südafrikanischen Winter verabschiedet. Fielen jetzt etwa die Franzosen an der Wurster Küste ein? Aber dann war da ja auch noch „Nis Randers“. Der klang so norddeutsch, der machte alles wieder wett.

 

 

Wir ermöglichten an diesem Wochenende unseren 3 Yoles de mer ihre Lieblingsbeschäftigung und beruderten die Nordsee gen Neuwerk. Allerdings reichten auf dem Hinweg die Bedingungen gerade eben, Lutz in Nis Randers herauszufordern. Die beiden Mannschaftsboote hätten deutlich mehr Wind und Wellen benötigt, um auf ihre Kosten zu kommen.

 

Wir verließen Spieka zunächst entlang des Priggenweges westwärts, um dann entlang des Elbe-Weser-Wattfahrwassers und des Neuwerker Lochs die Insel zu erreichen.

 

Nach knapp 3 Stunden und wenige Minuten nach Eintreffen der Flut nahmen wir am Cuxhavener Wattwanderweg die Boote aus dem Wasser und drapierten sie artig auf der Wiese.

 

 

Nach Beziehen der Zimmer in Haus Seeblick und einem kleinen Snack ging unser Eventnachmittag – nun zu Fuß - weiter. Wir wanderten zur Vogelinsel Scharhörn und nun waren wir diejenigen, die sich wunderten: So manchen Dialekt hätten wir hier normal gefunden, aber nicht, in Schwyzerdütsch informiert zu werden.

 

 

Wir hätten ihr stundenlang zuhören können über das entbehrungsreiche und abenteuerliche Leben auf der Insel, die Vögel, die sonstige Vegetation, den angeschwemmten Müll, die Wracks, die vermeintlichen Einbrecher, ...., aber die Tide und Frau Pichler, die freundlicherweise und doch bestimmt nicht unendlich mit dem Abendbrot auf uns wartete, setzten uns Grenzen.

 

 

So warf die Sonne bereits lange Schatten, als die Männer Neuwerk wieder erreichten, und die Frauen brauchten noch etwas länger.

 

 

Wir waren noch nicht ganz bei der Nachspeise, als dann auch schon die Sonne unter und der Mond auf ging.

 

 

Wenn man´s nicht sicher wüsste, so sicher wie das Amen in der Kirche, man könnte sich bei diesem Anblick schon fragen, ob das Wasser wiederkommt und man die Boote wieder einsetzen kann, oder?

 

 

Aber es war ja nur eine Frage der Zeit, die wir mit Turmbesteigung, nein immer noch trocken, Beweisfoto, und Besichtigung des Nationalpark-Hauses verbrachten.

 

Dabei machten wir uns sicherheitshalber noch einmal schlau und bleiben dabei: Nein lieber Herr Dorfsheriff, auch wenn unsere Boote sie irritiert haben, wir haben alles richtig gemacht.

 

Und dann war es da, das Wasser, so dass wir den Heimweg antreten konnten.

 

Bei noch friedlicherem Wasser und leichten Rückenwind hatten wir eben noch die Insel im Blick und schon lagen die Boote wieder in Spieka und wurden transportfertig gemacht.

 

Mit großem Dank an die Organisatoren und die Fahrtleitung, die Verantwortung auch gegen unseren Vereinsvorstand übernahm.

 

Wir möchten vorsichtshalber ausdrücklich darauf hinweisen,dass diese Fahrt nur zur Nachahmung empfohlen wird für Küstenobleute des DRV, die sich vorher über das Revier, die Befahrensregeln des Nationalparks Niedersächsisches bzw. Hamburgisches Wattenmeer

http://www.nationalpark-hamburgisches-wattenmeer.de/8archiv/images/docs/nphw-brosch.pdf
und
http://www.gesetze-im-internet.de/npnordsbefv/BJNR002420992.html ,

die Tidenzeiten und die zu erwartenden Wetterbedingungen informiert haben, seetaugliche Boote benutzen und eine angemessene Sicherheitsausrüstung mit sich führen. Bei Interesse sind wir gern behilflich.